zur künstlerischen Praxis von Swoosh Lieu:

- SWOOSH LIEU
- Probenfotos





SWOOSH LIEU sind vier Theatermaschinistinnen, Spezialistinnen in einem Gewerk, Agentinnen der Mittel des Theaters, Forscherinnen an den Rändern der Form. Beständig arbeiten sie an der Konstruktion einer Maschine, die Bilder produziert und demontiert, mit dem Blick spielt, täuscht und lügt, zaubert und trickst. Ihre Maschine ist zugleich Produkt und Produktionsweise, beides untrennbar verschweißt.

Ihre Maschine arbeitet während die Logik des Theaters, die Mechanismen von Kunstproduktion, das Verhältnis von Kunst und Handwerk und der Ort des Theaters selbst ihren Bauplan beständig modifizieren. Sie wird angetrieben durch ihre Teile, die Techniken und Mittel des Theaters. Sie läuft mit ihnen und für sie, ihr Input ist kein Text und auch kein Körper, sie setzt sich selbst in Szene.

Die Bauteile der Maschine sind die Gewerke des Theaters  Raum, Licht, Ton und Video. Sie definieren ihren Bauplan, laufen rhythmisch wie geölte Zahnräder, stoppen und sabotieren sich und produzieren so beharrlich eine Form, die wir noch nicht kennen. Diese Maschine produziert und bildet eine neue Form, die jede_r Zuschauer_in für sich entdeckt, die keine Macht über uns hat, in der alles möglich ist. Sie fordert unsere Imagination heraus und verzaubert uns. Gleichzeitig ist sie unzufrieden mit den herkömmlichen Konventionen ihrer Gebrauchsweise und lehnt sich auf. Sie ist zugleich idealistisch und revolutionär, traurig, sehnsüchtig und womöglich wahnsinnig witzig.

Die Maschine ist ein utopischer Wahrnehmungsraum, sie versucht zu verändern: unsere Wahrnehmung und uns und die Gesellschaft. Sie will eigene Assoziationen und Narrationen wecken, anstatt fertige Wahrheiten zu präsentieren. Sie produziert für die Magie und die Möglichkeiten des Theaters: das Ersinnen unmöglicher Bilder, vergessener Sprachen, skurriler Dinge- das Realisieren des Unmöglichen sowie die Suche nach dem Keim einer Utopie. Theater wird hier verstanden als immer neue Inszenierung und Heraufbeschwörung von Potentialität und Möglichkeitsräumen.

Vier Maschinistinnen bedienen die Maschine und bedienen sich dabei einer klassischen Arbeitsteilung in Gewerke, in einem künstlerischen, nicht rein technischen Verständnis dieser Mittel. Für das Funktionieren der Maschine, müssen die Maschinistinnen die Medien neu formatieren: spezifische Zeitlichkeit und Kopräsenz des Theaters müssen einer kritischen Revision in ihren phantasmatischen Möglichkeiten unterzogen werden. Die Maschine wird überholt, um die Grundannahmen des Theaters in Frage zu stellen. Diese Maschine sprengt Genregrenzen, aus ihrem Bauplan sind die Ränder einzelner Kunstformate ausradiert. Sie ist keine Performance-Maschine, sie ist keine Film-Maschine, auch keine Musik-, Tanz- oder Kunstmaschine. Diese Maschine kennt den White Cube, aber sie funktioniert als Blackbox. Die Werkzeuge der Maschine sind die Werkzeuge des Theaters, sie arbeiten gleichberechtigt und komponieren hierarchiefrei abseits von männlich konnotiertem Schöpfertum. Die Maschinistinnen schreddern die Fricklergesten des männlichen Techniknerds und schrauben an basisdemokratischen Arbeitsmethoden als kontinuierliche Überprüfung der eigenen Expertise innerhalb einer Situation des Solidarischen und Gemeinschaftlichen. Die Maschine ist ein Kollektiv  SWOOSH LIEU.





Probenfotos


Probenfoto

Probenfoto

Probenfoto

Probenfoto